Wednesday, 20. may 2009 3 20 /05 /Mai /2009 15:01

Zweiter Arbeitstag. Anderer Workshop zu einer speziellen Anforderung. Andere Leute vom Kunden. Und auch eine andere Mentalität…

 

Normalerweise läuft ein Workshop so:

Ich frage nach ihren Anforderungen, Ideen und Wünschen.

Ich erkläre ihnen die Möglichkeiten.

Sie stellen Fragen.

 

Mein zweiter Workshop mit 5 Saudis lief so ab:

Ihre Anforderungen waren vorbildlich auf Papier beschrieben.

Ich fing an etwas zu erklären. Dabei werde ich beim ersten Satz mit einer Frage unterbrochen.

Ich beantworte sie. Dabei werde ich beim ersten Satz von einer Frage unterbrochen.

Ich beantworte sie. Dabei werde ich beim ersten Satz von einer Frage unterbrochen.

Ich beantworte sie. Dabei werde ich beim ersten Satz von einer Frage unterbrochen.

Ich frage etwas. In der Mitte meiner Frage werde ich mit einer Antwort unterbrochen, die mir nicht weiterhilft.

Ich frage nach. In der Mitte meiner Frage werde ich mit einer Antwort unterbrochen, die mir nicht weiterhilft.

 

Nach einer Stunde haben sie mich kurz vor dem Wahnsinn. Ich bin komplett gebügelt und versuchte mir meine Genervtheit nicht anmerken zu lassen. Sie meinen es nicht böse, sie sind nur hyperaktiv und von dem Thema begeistert. Und haben halt eine andere Kommunikation in dem anderen Land. Ich bin kurz davor der erste christliche Attentäter in Arabien zu werden.

Nach zwei Stunden ist der Spuk und die geplante Zeit vorbei.

Sie sind fröhlich und der Meinung alles verstanden zu haben, den Auftrag bekomme ich. Ich habe eine grobe Idee von dem, was ich wissen will. Den Rest werden wohl eMails richten.

 

Soldatin Shannon meldet sich erwartungsgemäß nicht und ihr Handy ist ausgeschaltet. Deshalb verbringe den Abend statt neben einem 1 Sterne Flugzeugträger mit meinem Kollegen im Clubgelände des 6 Sterne Ritz. Hier im Restaurant „Trander’s Vic“ sei mein Lieblingscocktail „Mai Tai“ erfunden worden. Sicherlich gibt es weltweit mindestens 120 Bars, die dies von sich behaupten. Zumindest können sie hier eine sehr leckere Version zaubern.

 

Mein BlackBerry meldet eine eMail von George, dem indischen Lehrer aus Kuwait:

„It was nice to be with you for the short visit. You had earned a number of fans in my school. Next day most of the were asking (femals), who was the tall guy and handsome too. …”

Also sowas wie: Ich habe mir einige Fans in Kuwait gemacht an seiner Schule. Am nächsten Tagen haben ihn mehrere Mädels gefragt wer der lange, hübsche Kerl war.

 

Die anderen Mails sind uninteressanter Arbeitskram, aber es gab noch eine passende:

Der Sohn eines arabischen Scheichs studiert in Tschechien. 

Nach einem Monat schreibt er nach Hause:
 "Böhmen ist wunderschön, die Menschen sehr angenehm und es gefällt mir hier ausgesprochen gut.  Nur ab und zu schäme ich mich, wenn ich zur Schule mit meinem vergoldeten Mercedes fahre und einer meiner Professoren gerade aus der Straßenbahn aussteigt. " 
Nach ein paar Tagen folgt ein Scheck über 1 Mio Dollar und eine kurze Nachricht von den Eltern:

 "Mache uns keine Schande, kaufe Dir auch eine Straßenbahn! " 

 

„I will miss you.“

Diesen Satz hört man doch gerne bei seiner Abreise.

Mir wird er von meinem Mangosaftauspresser gesagt, als ich ihm von meinem Rückflug heute Nacht erzähle und dass mein Souvenir 1,5l von seinem Mangosaft sein soll.

Einer von vielen sehr freundlichen und warmherzigen Menschen, die ich die letzten 3 Tage getroffen habe. Die in Sand gebaute Marmorwelt von Dubai vor 6 Monaten hatte mir gar nicht gefallen. Die Welt hier dagegen sehr. Sie macht neugierig auf die nächsten arabischen Länder. Das nächste wird wohl Saudi-Arabien, wo mein Kunde hockt.

 

Rückflug. Ende.

 

von Frank - veröffentlicht in: Mittlerer Osten (Dubai/Kuwait/Bahrain)
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Friday, 1. may 2009 5 01 /05 /Mai /2009 19:12


"I want to wake up in a city that doesn't sleep" im IPod hören und über den Time Square laufen. Über die Brooklyn Bridge laufen und mit jedem Meter die Zahl der Touris um einen herum um 50% reduzieren -  nicht durch Abmetzeln, sondern durch deren natürliche Faulheit nicht mehr als ein paar Meter zu Fuß zu gehen. Hamburger futtern und dazu Cola trinken. Das MoMa begucken. Frühstücks-Picknick im Central Park und dabei den Polizeihunden beim Frühsport zugucken. Auf dem Rockefeller Center nach Sonnenuntergang das erstrahlende New York geniessen. Shoppen an jeder Ecke - natürlich auch auf der 5th Avenue, sehr zum Bedauern von Steffi jedoch nicht bei Prada oder bei Tiffany, sondern bei Gap und Fossil. Die Energie der Stadt einsaugen auf dem Time Square, wo tausende Menschen rumlaufen, die in eines der unzähligen Musicals gehen, Essen oder einfach nur rumgehen - oder wie wir stundenlang: einfach die Atmosphäre genießen.

Toll. Aber halt alles das, was Touris so machen in THE City.

Außergewöhnlich dagegen war ein Abend.
Wir sitzen im Cafe und fragen unsere Nachbarn wo man hier wohl Gospel hören kann. Nach einer SMS an einen Kumpel hat er einen Tipp. Die Bethel Gospel Assembly. Und wo hört man wohl am besten Gospel? Klar. In Harlem.

Wir machen uns auf den Weg. In der Subway wird mit jeder Haltestelle das Schwarz-Weiß Verhältnis immer dunkler. Die Kirche ist nicht überladen, dafür fast überfüllt. Auf einer Bühne, die mit vielen Blumen geschmückt ist stehen das Gospel-Zubehör: Mikrofon, Schlagzeug, Gitarren.

Es geht los. Eine kurze Ansprache, dann kommt eine Frau auf die Bühne und peitscht die Gläubigen in die Extase mir ihrer Rede. "Last week we have been blessed (gesegnet) and we have no doubt that we are blessed tonight".
Reichlich "Halleluja" schallt es zurück und viele "yeahs" und "yes". Einige kauern auf ihrer Kirchenbank, Gesicht in den Händen, mit dem Rücken zur Bühne. Einige stehen, gucken zum Himmel mit erhobenen Armen.

Dann beginnt die Gospel vom Feinsten. Die Band legt los, gefolgt von einer Gruppe Tänzer in weißen Gewändern zu ruhigerer Musik. Ein weiterer Herr im Anzug tritt ans Mikro. Nach weiterem Anpeitschen von ihm fragt er, wer zum ersten mal hier ist. Wir melden uns und noch eine Dame weiter hinten. Jubeln. Klatschen. Wir sollen aufstehen.
Mindestens 50 Leute kommen auf uns zu, schütteln uns die Hände und heißen uns willkommen.
Ein wahnsinns Gefühl.
Er dankt Gott uns den Weg hierher geführt zu haben. Eigentlich wollten wir nur Gospel hören.
Wir werden gefragt woher wir kommen. "Germany" ist ein ziemlich weiter Weg zu Gott wird mit einem Raunen bestätigt.

Es folgt die Ankündigung eines Priesters, der mit viel Getöse empfangen wird. Leider war der Harlem Slang nicht ganz kompatibel zu unserem Oxford Englisch, so dass wir nicht alles verstehen. Er liest einen Vers aus der Bibel vor und stellt dazu fest: Keiner schreit "Yes", keiner stimmt laut zu, das müssen wir wohl neu formulieren. Dann kommt seine Neuformulierung und Neuinterpretation, erklärt die Denkweise von vor 2000 Jahren. Vergleiche mit Barbecue machten das Verstehen einfacher. Und schon erklärt er aus dem Text, bei dem es ursprünglich um Salz ging, dass man ein Firestarter sein soll.
Wieder "Hallelujas", "Yes" und "Yeah", Lachen und Rufe.

"Are you a firestarter? Does your life change others? With your lifestyle, behavior?"
Er ist ein firestarter, da er die Gemeinde mt 4 Leuten gegründet hat, nun ihre Kirche überfüllt ist und sie ein neues Gebäude gefunden haben.
Alle stimmen mit ein und sagen, dass auch sie firestarter sein wollen.
Er steht auf der Bühne, den Kopf RIchtung Himmel, eine Hand auf dem Kopf und wiederholt immer wieder:  "Burn it into my mind - i am a firestarter". Wieder "Hallelujas", "Yes" und "Yeah".

Die Mitreißende Stimmung und die Gemeinschaft sind sehr beeindruckend. Frage ist nur, ob sie hier etwas sehr eng geschnitten ist. Wir meinen Sätze gehört zu haben wie wenn man einmal hier ist, dann geht man nicht mehr und man soll Freunde und Bekannte mitbringen. An einem Freitag sei jemand bei seinem Gottesdienst gewesen und hat sich mit einem Kuß von ihm verabschiedet. Am Montag hat er einen Brief erhalten, dass er nicht mehr wieder käme. Das ginge doch nicht. Sowas muss man doch wenn überhaupt persönlich machen. Wieder teilten die Gläubigen lautstark ihre Zustimmung mit.

Während des Abschlußgospel mit wiederholendem "burn it into my head" gehen die neuen Firestarter am großen Klingelbeutel vorbei, viele sagen immer wieder "I am a firestarter". Wir verlassen rasch die Kirche mit einem seltsamen Gefühl.

Die restlichen Tage verbringen wir mit den Highlights den Broadway südlich der Houston Street runtershoppen, dabei eine Pause im Baltasar auf der Spring Street machen und Kuchen futtern oder (recht teuer) frühstücken. Alternativ (oder danach) dort in der Nähe im coolsten rice-pudding Laden der welt (rice for riches) Megakalorien reinschaufeln. Über die Brooklyn Bridge schlendern und auf der anderen seite links runter zu den Parks gehen zum Fotos machen und entspannen.

Sehr gefreut haben wir uns übder die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Oft wurden wir angesprochen, wenn wir offensichtlich Planlos mit aufgeschlagenem Stadtplan unseren Weg suchten.

Die abgelaufenen Füße kann man regenerieren am Pier 17 in den Liegestühlen in der zweiten Etage mit Blick auf die Brooklyn Bridge oder im Bryant Park (west 42 street/6th ave), in dem man auf einer satten grünen wiese auf die umzingelnden wolkenkratzer blickt.
Die verbrauchten Kalorien frischt man am leckersten in der magnolia bakery auf  mit einem lime cheese cake (6th ave/49 od. 48 street). Karten für Musicals am tkts schalter am time square mit 30-50% rabatt. Ab 1500 Uhr für den gleichen Abend.


Wir sitzen in der Lounge der Lufthansa und warten auf unseren Rückflug.
In den letzten Tagen haben wir einige Supernervöse in NYC mit dem nutzlosen Mundschutz gegen die in Mexico grassierende Schweinegrippe gesehen.
Wir stellen uns vor aufzustehen und laut zu verkünden: meine damen und herren, wir sehen es als unsere pflicht an ihnen mitzuteilen, dass wir mit der schweinegrippe angesteckt sind. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Sie den Raum verlassen. Dies noch mit zwei hustern zu untermalen. Eine näselnde Stimme bekommen wir hin, denn die allgegenwärtigen Klimaanlagen haben uns eine Erkältung beschert.

Nach einer Stunde Lounge, 2 Gläsern Baileys, 4 Gläsern Schampus und etwas Hennessy sind wir betrunken genug den Rückflug mit Durchschlafen zu überstehen.


Zum Abschluß noch ein paar NY Tipps:

Ankommen in JFK:
Den air train nehmen zur jamaica station (jamaica station route), dann den LIRR nehmen nach manhattan (penn station). Ist viel billiger und scheller als taxi oder subway. Taxi kostet als Flatrate nach Manhattan 45 USD+6USD maut.

Hotel holiday inn an der 26th street war schön und ruhig und relativ guenstig.

Frühstueck Picknick im central park (an der süd west seite ist eine nette mauer zum sitzen).

Lecker essen im Bistro Saju am Times Square (120 west 44 st.) zwischendurch oder Abends im Amaranth.

Todo fuer naechstes mal:
Essen in harlem im sylvias restaurant on lenox ave between 126th and 127th
Eine andere Gospel kirche, aber eher nicht  abyssinian baptist church, die nach ihrer Website sehr auf Touris ausgerichtet sind
Guggenheim und Metropolitan Museum.
Schuhe kaufen wie Carry bei Manolo Bhlanik - oder zumindest gucken.
Ellis Island und die Statue von innen begucken

Kulinarische downlights:
1) Chinaschnellfraßladen auf der 7.av/35th: die ente hatte eine fettschicht wie viele amis und alle andere Auswahl am buffet war fies.
2) Wendy's: mit die schlechtesten burgern, latschige pommes, cola ohne kohlensäure und salat, der nach plastik schmeckte
3) So einige BBQ Läden

von Frank - veröffentlicht in: USA (Reno, New York,...)
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Thursday, 23. april 2009 4 23 /04 /Apr. /2009 13:22

Das Erlebnis einer indischen Hochzeit ist auf meiner travelpage beschrieben

 

 

von Frank - veröffentlicht in: Indien
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Tuesday, 17. march 2009 2 17 /03 /März /2009 14:20

Die nettesten Taxifahrer gibt es in Monterrey. Jeder von ihnen nimmt mein "no espanol" zum Anlaß mir spanisch beibringen zu wollen.
Sie schalten 10 Gänge runter beim Reden und es ist erstaunlich wieviel ich auf einmal in einer fremden Sprache verstehen kann. Vielleicht war Latein damals in der Schule ja nicht komplett unnütz (und durch viele Nachhilfestunden sehr teuer). Obwohl ich noch immer fest davon überzeugt bin, dass es ökonomischer ist direkt eine sinnvolle Sprache zu lernen wie Spanisch, statt eine sinnlose wie Latein um danach andere Sprachen einfacher lernen zu koennen.

Ich erfahre den Namen meiner Fahrer, sie meinen indem ich lerne mich vorzustellen, sie nehmen mit Bedauern meine Kinderlosigkeit zur Kenntniss, ich erfahre, dass es 280 km bis zur Grenze von Texas sind (was aber irgendwie nicht stimmen kann) lerne nach der Uhrzeit zu fragen und die Antwort zu verstehen, erfahre, dass die langweilige Musik gerad im Radio aus dem Jahr 1960 stammt  und ganz typisch ist für die Region, dass mexikanische Mädels doch viel toller sein als deutsche und wo ihr favorisierter Table-Dance Schuppen ist in dem ich mich davon direkt überzeugen könnte. Damit stimme ich nicht überein. Ich zeige ihm auf meinem BlackBerry ein Foto von Steffi und mache ihm mit "uno chica in alemania" klar, dass ich gut versorgt bin. Ich soll ihm Steffi doch bald mal "presento".
 

So haben ein paar Taxifahrer das geschafft, was 3 mitgeschlappte Sprachfuehrer nicht geschafft haben: mir ein paar Worte spanisch zu lehren.

 

von Frank - veröffentlicht in: Mexico 2009
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Tuesday, 17. march 2009 2 17 /03 /März /2009 13:58

überraschungen sind ja prima. Aber nicht nachts um 12, wenn man beim Zwischenstopp 5 std. schlafen möchte um morgens um 7 weiterzufliegen. Ich will meinen Koffer öffnen und muss feststellen, dass die Reißverschlüsse mit Kabelbindern verschlossen sind. Sicher eine der vielen Sicherheitsvorkehrungen, von denen nur die allerwenisten sinn machen, da jeder 3 jährige sie austricksen kann.
Eigentlich will ich doch nur schlafen...
Mit einem Kugelschreiber kann man die Dinger nicht öffnen. Ein Messer wäre toll, aber das ist natürlich IM Koffer und nicht im Handgepäck.
Also bleibt nur der Weg ins Hotelrestaurant. Der Versuch mit Gestik und nicht vorhandenem Spanisch dem Kellner um ein scharfes Messer zu bitten, bringt mir zuerst eine englische speisekarte, dann einen Brotkorb und dann doch ein scharfes Messer ein.
Und so werde ich um dringend benötigte 15 min Schönheitsschlaf gebracht.


Die nächste Überraschung kommt am nächsten Morgen. Vom Hotel zum Terminal sind es nur ein paar Meter. Also plane ich eine Stunde eher einzuchecken und bis zur letzten Minute zu schlafen. Der Satz in der Mail von der Airline 90 oder mit Gepäck 120 Min eher da zu sein ist sicher übertrieben.
Die errechnete Stunde vorher stehe ich im Terminal. Aber ich finde keinen Schalter meiner Airline. Ein Security-Mann schickt mich in die eine, ein Kofferträger in die andere Richtung mit dem Hinweis "terminal uno" und einem Zug der dahin fährt. Toll. So komme ich zum Morgensport: Joggen durch den Airport mit 27kg Gepäck plus vollgestopftem Laptoprucksack.
Der Zug kommt nach 5 Minuten und fährt mit mexikanischer Gelassenheit gemütlich Richtung Terminal 1.
"Ich habe noch nie einen Flieger verpasst und werde heute nicht damit anfangen" sage ich mir immer, wenn es mal wieder richtig knapp wird.

Einen weiteren Sprint später stehe ich keuchend vor einer Airlinesdame, die meinen Wunsch mich wegen Zeitnot vorzudrängeln direkt erfüllt.
 
Heute habe ich gelernt, dass man einen mexikanischen Flieger auch bekommt, wenn man 32 Minuten vorher eincheckt. Und ich nehme mir mal wieder vor das nächste Mal meine Zeitplanung etwas großzügiger zu kalkulieren und eher da zu sein.

Das ist der Vorteil an diesem Land. Keine Zeitplanung wird eingehalten, aber sie gehen recht flexibel mit Verzögerungen um.

 

von Frank - veröffentlicht in: Mexico 2009
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Monday, 9. march 2009 1 09 /03 /März /2009 02:24

Bei meiner zweiten Mex-Reise fuer den gleichen Kunden wollte ich mir ein schoenes WoENde an der Karibik machen - in Cancun. Nach der Buchung erfuhr ich, dass dort gerade Spring break ist. Nach der Landung erfuhr ich, was das bedeutet.
Was Ibiza und Malle fuer die Deutschen, das ist Cancun fuer die Amis. Das Ziel ist fuer alle Nationalitaeten das gleiche: Moeglichst viel Alkohol in sich reinkippen. Mit "open bars", d.h. flatrate von 10 EUR, sollte das auch funktionieren. Die Bars uebertoenten sich alle nacheinander in der Lautstaerke. Auch das ist wohl ueberall gleich.

Die Huerde hier bestand aus 3 EUR Taxi, 30 Minuten Faehre und weiteren 3 EUR Taxi.

"Mañana" heisst im Spanischen eigentlich "morgen". Im mexikanisch-spanischen bedeutet es einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft - sicher nicht morgen. 

In einem Restaurant frage ich meinen Nachbarn um welche Fleischsorte es sich wohl bei ein paar EInträgen auf einer Speisekarte handelt und so lerne ich Moises Hochgelernter kennen, ein super deutscher Nachname - vor allem für einen Mexikaner. Sein Opa war deutscher, er Mexikaner mit hochgelerntem Englisch.
Er erklärt mir, wo ich die besten Mangos erhalte (ich möchte ein paar nach Deutschland schmuggeln, weil dir hier richtig lecker sind) und ich noch shoppen gehen kann. Und er ordert mir direkt ein Taxi seines Vertrauens, instruiert den Fahrer welche SHopping-Erlebnisse er mit mir abklappern soll, und macht den Preis aus.

Wo sind 10 Kapseln Nespresso wohl um 50% teurer - in mexico oder in Deutschland?
Richtig. Mexico natürlich. Weil der Kaffee, der hier angebaut wird, ausgeführt wird, in Kapseln gefüllt und wieder eingefuehrt wird, was hohe steuern bedeutet.

 

 

von Frank - veröffentlicht in: Mexico 2009
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Tuesday, 3. february 2009 2 03 /02 /Feb. /2009 19:35
Nach meinen 14 Stunden Arbeitstagen in den letzten Tagen (er beginnt morgens um 5, da ich wegen jetlag nicht schlafen kann – daheim ist es dann 11), workshops mit Maxikanern, bei denen sich niemand an die Zeiten hält und kaum jemand ein verständliches Englisch spricht, die Doku auf Spanisch ist, die Konzepte auch, sich meine Spanischkenntnisse  auf die Zahlen beschränken, die Key User gar kein Englisch sprechen und ich bei Interviews einen Dolmetscher brauche (der ja auch kein gutes Englisch spricht), die Internet Verbindung hier ständig abbricht, hab ich endlich nun endlich mal Ruhe zu Tippsen.

Soweit zum Thema Insentive im Paradies. ;-)


Eine Woche arbeiten in Mexiko City lehrt das Leben und die Arbeit viel entspannter zu sehen.
"Es dauert halt" war der Kommentar eines Kollegen, als ich täglich Mails schrieb und den Workshop samt Flügen doch mal bestätigt haben wollte. 3 Tage vor meinem Abflug erhalte ich die Bestätigung. Für die Sitzplatzreserverung ruf ich bei Lufthansa an und erfahre, dass sie meinen Namen zwar zweimal findet, aber beide Buchungen gecancelt sind. Das wäre aber eine Überraschung beim Checkin geworden. Nach noch ein paar eMails erhalte ich einen existierenden Buchungscode. Alles klappt - wenn auch in letzter Minute.
"Es dauert halt" passt auf ziemlich alle Situationen. Auf das Auschecken im Hotel, womit 4 Leute beschäftigt waren. Auf das organisieren von Meetings, die trotz Planung irgendwann anfangen und irgendwann aufhören. Wobei "in 15 Minuten" bedeutet, dass man nochmal gemütlich Essen gehen kann und dennoch erster im Raum ist.
"Es dauert halt". Ausser, wenn es ums Essen geht. Da geht alles flott. Auch Tequilas sind unmittelbar nach der Bestellung Einsatzbereit.

Nach gefühlten 2 Kilo mehr auf der Waage nach der Rückreise kann ich beim Thema Essen wohl etwas mitreden.
Topitos ist das, was bei uns Tacos sind, was hier Tortillas mit Fleisch sind. Harte Tortillas sind Tostadas, weiche mit Sauce oder Käse drauf sind Enchiladas und Zusammengeklappte mit Käse (manchego) sind es Quesadillas,  Im Endeffekt sind es alles Mais- oder Weizenfladen mit was drin, drum oder drauf. Für diesen Satz würde mir jeder Mexikaner eine Tequilaflasche über den Kopf hauen. Deshalb erwähne ich noch, dass es überwiegend sehr lecker war und durch verschieden zubereitete Fleischgerichte und Suppen doch Abwechslung gibt.

Horchata ist ein sehr leckeres Reisgetränk, für ein erfrischendes Lemonwater (Limonensaft mit Zucker und mit wasser aufgefüllt) bestellt man lemonade con gas, was auch sicherstellt sprudelwaser und nicht leitungswasser zu bekommen. Zur Sicherheit sin hielo, dann erhält man es ohne eis.

Das beste Essen allerdings gab es in einem brasilianischen Restaurant in Polanko/Mex City. (Adresse folgt). Am Buffet gab es reichlich Salate mit mir teilweise unbekannten Zutaten und käsegefüllte Minibrötchen. Kellner kamen herum mit riesigen Fleischspießen, von denen Scheiben abgeschnitten wurden. Das Fleisch war zwar nur die überall auf der Welt verfügbare Auswahl an Rind, Schwin, Hühnchen und Pute, aber die Zubereitung war sehr gut. Vor allem die kleinen Filet Mignons.

Ich war sehr beeindruckt wie es mein ehemaliger Kollege Walter, der jetzt wieder in Mexiko City wohnt, schafft uns durch die Stadt zu fahren, dabei den anderen 25 Millionen Einwohnern der Stadt auszuweichen, die auch gerade alle auf der Staße zu sein schienen, und ohne Navi unser Ziel findet. Navi gibt es nicht. Denn es hat das Problem, dass man zwar die schnellste oder kürzeste Route berechnen kann, aber nicht die sicherste. Damit würde es einen durch Gebiete schicken, die man besser weiträumig umfährt.
"Nicht zu lange Zwinkern" ist die wichtigste Regel beim Autofahren. Denn innerhalb von Millisekunden kann sich die Verkehrslage dramatich ändern und man muss irgendwas ausweichen.
Die Ampeln dienen als Einkaufsmöglichkeit oder zur Unterhaltung. Hier werden den in den ersten 5 Reihen
Blumen, Zeitungen, Besen, Obst, Kaugummis und anderer Krempel verkauft. Andere Dienstleistungen sind Scheiben putzen, jonglierende Kinder oder  Drehorgeln (die keine 2 zusammengehörenden Töne herausbringen) .
Ein Problem kann man bekommen, wenn man die Dienstleistungen nicht haben und nicht bezahlen will. So sahen wir, wie ein paar sehr heruntergekommende Jungs etwas hinter einem Jeep herwarfen, der bremste, dann doch weiterfuhr. Anscheinend wollte er einer Diskussion über eine angemessene Bezahlung aus dem Weg gehen.

Taxis lässt man im Hotel oder im Restaurant von einem Taxistand rufen oder man geht selber hin. Dies sind die vertrauenswürdigen Taxis. Beim Hotel wird mein Name, Zimmernummer und Taxinummer notiert. Die nicht vertrauenswürdigen nimmt man sich auf der Straße. Dort besteht die Möglichkeit, dass sich an einer Kreuzung ein weiterer Mitfahrer dazu setzt, einem die Pistole in den Bauch hält und einen höflich um Kreditkarte plus dazugehöriger Pin bietet. Einem weiteren Geschäftspartner werden diese ausgehändigt, der dann per Handy über Erfolg oder Mißerfolg am Geldautomaten berichtet. Dieser Status entschiedet über Aussteigen oder größere folgende Probleme. Kooperieren ist also die einzige Chance, zumal die Chance von der Polizei erwischt zu werden gegen Null geht.
Bislang hatte ich immer eine ungültige Kreditkarte dabei, über deren Verlust ich gut hinweg gekommen wäre und der Dieb sich fundig gefunden hätte. Diese Strategie habe ich nach der Taxigeschichte nochmal überdacht, da mein Spanisch nicht ausreicht den Herrschaften klar zu machen, dass es für diese Kreditkarte keine PIN gäbe.

Zurück in Deutschland geniese ich die Sicherheit in meinem beschaulichen Baumberg, als ich abends bei Dunkelheit nochmal einkaufen gehe und nicht Angst haben muss erschossen zu werden.

von Frank - veröffentlicht in: Mexico 2009
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Friday, 2. january 2009 5 02 /01 /Jan. /2009 16:16
Um mal ein gewaltiges Feuerwerk zu Silvester zu sehen, sollte man nicht nach Budapest fahren. Wer mal richtig frieren will in einer Stadt, die viel zu bieten hat, der schon. Das Frieren hat den Vorteil jeweils nach einer Stunde Rumlaufen eine Ausrede zu haben, sich in einem der vielen Cafes oder Restaurants aufwärmen zu müssen. Unser Favorit war das Kaffeehaus Garbeaud am Vörösmarty Platz mit viel Atmosphäre und gutem Kuchen.

In den meisten Restaurants wurden für den Silvester Abend Buffets oder Menüs angeboten für 60-180 EUR. Wir beschlossen auf der Straße zu feiern und uns treiben zu lassen. Gut essengehen können wir auch in Deutschland.
Auf dem Vörösmarty Platz waren die Weihnachtsmarktbuden umgewandelt worden zu Sylvesterbuden. Das Angebot hatte sich geändert. Es gab mehr zu essen. Überall sehr leckeren Glühwein und das, was Budapester zum Sylvesterfeiern brauchen: bunte Perücken, Masken und Tröten. Selbst gestandene Männer liefern trötend durch die Stadt. Bei den Essensständen gab es eine Vielfalt an ungarischer Kost. Wir nahmen Sauerkraut mit einer Art Kassler, einer dicken Wurst und einem Hühnchen Goulasch. Nach der Bestellung begann der Wettlauf mit den Elementen: das Essen so schnell reinschaufeln bevor es bei -4 Grad Aussentemperatur zu Tiefkühlkost wurde.
Sehr angenehm war die Knallerei vor 24 Uhr. Sie fand an einer Ecke des Vörösmarty Platzes statt und nicht in der restlichen Menschenmenge. Anders als Sylvester in vielen anderen Städten musste man nicht Angst haben auf jeden Schritt zu explodieren. Mit Glühwein wärmten wir uns wieder auf. Aber noch besser ging das in einem Irish Pub.
Kurz vor 24 Uhr gingen wir zur Kettenbrücke, eine sehr schöne Hängebrücke. Der Blick auf die beleuchtete Brücke und das Schloß auf der anderen Donauseite waren ein echter Hingucker. Das Feuerwerk nicht. Ein paar einzelne Raketen oder kleine Serien erhellten den Himmel. Budapester scheinen lieber zu tröten als zu feuern. Auch mit dem mitgebrachten ungarischen limoähnlichen Sekt konnten wir es uns nicht schön trinken.

Wir fuhren ins Retropolis. Eine Disco am Westbahnhof, in der auf 4 Etagen Sylvester gerockt werden sollte. Die unterste Etage stand voll mit Tischen. Auf der nächsten heizte ein DJ der Menge auf der vollen Tanzfläche mit westlichen und ungarischen Klängen ein. Die ungarischen wurden laut mitgegröhlt und die Stimmung war gut. Die westlichen trafen nicht ganz unseren Geschmack und waren das, was wir die letzten 20 jahre schon nicht leiden mochten. Das in endlos Schleife laufende video von modern talking machte es nicht viel besser.
Zu den oberen beiden Etagen ließ uns ein Schrank von einem Türsteher nicht passieren. Warum konnten wir nicht erfahren, denn wir hatten keine 10 Worte einer gemeinsamen Sprache. Auch durch Beobachten konnten wir nicht herausfinden, wer die Glücklichen waren die durch durften. 2 abgewiesene Ungarn versuchten es zu erklären. Auf deutsch und englisch. Aber keine der Erklärungen konnten wir verstehen. Ungewöhnlich, denn fast alle hier sprachen ein passables Deutsch oder Englisch.
von Frank - veröffentlicht in: Städte
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