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Borneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge Party

Borneo - bereist: Oktober 2018

Die Erwartungen an Borneo waren sehr hoch. Tauchen in einem der schönsten Tauchgebiete der Welt und Homestay bei einer Familie in einem Dorf im Dschungel.

Der Start schlägt erstmal aufs Gemüt.
Beim Landeanflug und bei Busfahrten sind fast nur Plantagen für Palmöl zu sehen statt Dschungel.
10 Tage bin ich unterwegs. Bei 30 Stunden Anreise und nochmals Abreise bleiben 7 Tage auf der Insel. Ich musste 4 Tage tauchen buchen, damit ich einen Tag in dem Tauch-Highlight, der Insel Sipadan, tauchen darf. Da bleiben nur zwei Tage Dschungel übrig. Und dann schaue ich mir die Dschungel-Homestay Location mal in der Satelliten Ansicht von Google Maps an und sehe überwiegend Palmen-Plantagen und nur kleine Stücke Regenwald ringsum.
Dann kommt noch hinzu, dass das Städtchen für meine erste Übernachtung wenig Charme hatte. Es ist schmuddelig. Ebenso mein billiges Backpacker Hostel. Das alles zusammen hebt nicht die Laune nach einer Anreise von 30 Stündchen.

Am nächsten Tag geht es früh morgens aufs Boot zum Tauch-Ressort auf dem Inselchen Mabul. Von dort geht es an Tauch-Tag 2 zum Highlight Sipadan, einer Mini Insel, die direkt an der Kante von Kontinental-Platten liegt. Damit fällt es hinter der Insel sehr tief ab und es gibt ein sehr artenreiches Gewässer. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und täglich dürfen nur wenige Taucher dort tauchen. Aus meinem Resort sind es 7. 

Auf Mabul und Sipadan legen Wasserschildkröten ihre Eier ab und werden geschützt. Deshalb sieht man beim Tauchen sehr viele recht große Turtles majestätisch umher schwimmen oder faul mitten in den Korallen liegen. Sipadan ist wie versprochen ein Highlight: Die Korallen sind gut in Schuss, auf dem ersten Tauchgang zeigen sich 16 White Tip und Grey Haie, auf dem zweiten Tauchgang kommen noch acht hinzu. Die für Taucher ungefährlichen Haie schwimmen zum Teil recht nah an einem vorbei oder liegen faul im Sand. Die Turtles zählt man schon gar nicht mehr. Der Tauchgang ins Blaue, also ins offene Meer hinein, bei dem man Hammerhaie oder Mantas sehen könnte, bleibt erfolglos. Zu schlecht ist die Sicht und zu groß ist das Meer.

Als ich nach dem Tauchen ins Ressort komme habe ich Post per Whatsapp. Ob ich etwas von dem Erdbeben gespürt hätte und ob es mir gut gehe.
Vor der 650km entfernten Nachbarinsel Sulawesi kam es zum Erdbeben der Stärke 7,6 als wir in Sipadan tauchen waren. Das Beben löste einen Tsunami aus, der in Sulawesi die Hauptstadt Palu und Umkreis überschwemmt und mit Nachbeben über 2000 Tote forderte.
Wäre die Welle in die andere Richtung gestartet, dann hätte sie die 800x400m große Insel überschwemmt, auf der ich gerade sitze. Ein Tsunami-Warn-System gibt es hier nicht. Braucht man auch nicht. Es gibt eh nichts hohes, auf das man klettern und sich retten kann. Die Insel ist flach und besteht nur aus ein paar Ressorts mit Bungalows und den Holzhütten der Locals.

Borneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge Party

Die besten Tauchgänge habe ich hinter mir, die Zeit im Dschungel war mir eh zu kurz und dann auch noch Nachbeben und Tsunamis in der Nachbarschaft. Ich beschließe mein Tauchen und den Aufenthalt auf dem Inselchen zu verkürzen und am nächsten Morgen zurück zu fahren nach Borneo. 

Abends zurückfahren geht nicht. Wegen Piraten. Borneo hat ein Problem mit seinen Nachbarn, den südlichsten Inseln der Philippinen. Die Philippinen bieten nicht viele Möglichkeiten zum Geld verdienen. Die südlichen Inseln noch weniger. Eine der wenigen Möglichkeiten ist es auf eine der Malaysischen Nachbarinseln zu fahren, jemand zu Kidnappen und vom Lösegeld zu leben. 2014 wurden dabei in Mabul Touristen entführt. Daraufhin hat Borneo Nachtfahrverbot auf dem Meer eingeführt und eine erhöhte Präsenz von Wasser-Polizei mit Maschinengewehren vorne an Bord.
Touristen wurden dadurch in den letzten Jahren nicht mehr gekidnappt. Aber es trifft öfters mal malaysische Fischer, die draußen auf dem Meer sind.

Das geplante Homestay verkürze ich auf eine Nacht, da es mir zu sehr von Palmöl Plantagen umzingelt ist.
Für den Dschungel finde ich Mescot, eine NGO, die Bäume pflanzt, Schulungen für Farmer anbietet und dabei noch Eco Tourismus betreibt

Mit ihnen ging es eine Nacht in ein Camp aus netten kleinen Hütten im Dschungel. Für die zweite Nacht wird es dann etwas spartanischer in einem sehr einfachen Camp, 40 Bootsminuten entfernt vom nächsten Dörfchen. In ihm sind 2 Ranger stationiert, die nur selten Gäste erhalten.
Die Hütte besteht aus einem Dach ohne Wände und Pritschen, über die ich eine Hängematte zum Schlafen hänge.
Geduscht wird mit gesammelten Regenwasser per Schöpfkelle.

Borneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge PartyBorneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge Party

Als Aktivitäten in den Camps gibt es Morgen-Safaris per Boot, auf denen wir jeweils fünf und sechs Krokodile sehen, tagsüber Trekking durch den Dschungel oder in eine riesige Höhle, abends Abend-Safari per Boot, auf denen wir reichlich Affenfamilien, 4 Orang Utans und einige Hornbill Vögel sehen, nachts dann eine Nachtsafari zu Fuß. Wenn man nachts im Dschungel die Taschenlampe ausmacht, dann ist es aber mal so richtig dunkel.

Die Affen-Banden bieten richtig Affen Show. Mit Zanken und Sprüngen von Baum zu Baum, dass die Bäume hin und her schwanken und Laub verlieren.
Die Orang Utans sind Einzelgänger und eher gemütlich. Sie springen nicht, sondern sitzen lieber und essen Früchte. Maximal klettern sie und schwingen sich an Ästen entlang. 
Auf der Fahrt zum zweiten Camp präsentiert sich ein Orang Utan sehr nahe am Wasser gemütlich beim Früchte-Essen und Klettern. Genau da hat die Kamera gegen das Tropenklima aufgegeben und zwischen Objektiv und UV Filter schön Wasserdampf gebildet. Und der Filter hat sich so festgesetzt, dass ich ihn nicht lösen konnte. Man sollte immer 2 Kabelbinder und etwas Klebeband in der Kameratasche haben und dieses Video gesehen haben.

Auf der Terrasse vom Camp krabbelt ein 1m langer Bindenwaran entlang und sonnt sich.
Ein schwarzer und recht fetter Skorpion schaute böse aus einem Spalt in einem Baum, auf einem Sessel sitzen 2 überdimensionale Spinnen. 
Auf den Wanderungen gibt es reichlich Blutegel an Blättern und damit auch an unserer Kleidung. Schlangen habe ich keine gesehen.

Borneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge Party
Borneo - Orang Utans und Haie und Krokodile und schräge Party
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Ich lerne, dass man seine Trekkingschuhe eng zubinden sollte. Auf dem Weg runter zum See gehe ich durch Morast und bin zuversichtlich, dass er mich trägt. Allerdings versinke ich beim dritten Schritt bis über den Knöchel. Der Schuh bleibt stecken, mein Fuß rutscht aus dem Schuh. Beim nächsten Schritt passiert das gleiche mit dem anderen Fuß. In Socken erreiche ich in 2 Schritten einen Baum, klammere mich fest und analysiere erstmal meine Lage.  Beide Schuhe stecken im Morast. Auf Socken gehe ich zu ihnen und buddele sie aus.

Der Herrn Allah mag es fünfmal pro Tag gehuldigt zu werden, seinen Namen oft zu hören und gesagt zu bekommen er sei groß. Das erste Mal morgens um 4:30 oder 5 Uhr.In den Städten erfolgt dies per Lautsprecherdurchsage. Auch im Dschungel werde ich davon von den beiden Rangers geweckt.

Fürs Aufpolieren meiner Ökobilanz, und weil man es als richtiger Mann ja gemacht haben muss, pflanze ich ein Bäumchen. Sogar fünf.

Danach geht es mit dem Boot zurück ins Dörfchen, von da per Anhalter zum Homestay in Bilit. 

Ich komme bei einer Familie unter mit einem Haus aus Stein, dessen Wände außen und innen rosa sind. 
Die Kommunikation mit der Familie beschränkt sich auf Essen und Trinken. Alle weiteren Themen scheitern an Sprachbarrieren. Auch den asiatischen Ansatz der windelfreien Erziehung werde ich nicht verstehen, denn sie nutzen Pampers für ihren 3 Monate alten Sohnemann. Mein sympathischer Guide spricht passables Englisch und wir quatschen bei mega süßem Tee und Pfannkuchen aus Kokosmilch.

Nachmittags gehe ich durch die Stadt. Einer Gruppe von sechs 3-8 jährigen schenke ich zwei Frisbee Scheiben und zeige ihnen bei grillender Hitze auf der Straße die physikalischen Grundlagen des Frisbeewurfes. Mir läuft der Schweiß in Strömen Stirn, Rücken und Beine herunter, mein T-Shirt färbt sich dunkel.

Bilit ist ein kleines Dörfchen mit 200 Einwohnern. Rings um Bilit sind einige Ressorts.
Ich kehre ein in ein schickes Ressort, um mal etwas Kaltes zu trinken.
Sitze dabei an der Brüstung und genieße den Ausblick auf Fluss und Urwald.

Ein Typ kommt hinzu. Mitte zwanzig. Fotografiert mit seinem iPad das Restaurant, setzt sich dann mit dem Rücken zum Ausblick an den Tisch und fängt an Candy Crush zu spielen. Das hätte er auch daheim machen können. Neben dem iPad liegt ein Reiseführer von Lonely Planet. Wie schön einsam doch die Reiseziele auf unserem Planeten wären ohne solche Typen.

Bei der Abend-Bootssafari fahre ich mit meinem Guide los. Mit uns sind 12 Boote voll mit Touris unterwegs aus den Lodges. Bei interessanten Tieren am Ufer drängeln sich dann 8 Boote um die beste Position. Wie schön, dass ich den Dschungel in den letzten 2 Tagen für mich oder noch 2 Menschen auf dem Boot hatte.
Die Guides haben übrigens Adleraugen. Sie sehen aus großer Entfernung die Affen in den Bäumen.

Abendessen gibt es im Hause der Schwester. Es werden gerade fette Lautsprecher, Mischpult und Laptop aufgebaut für eine Party. Mir schwant schlimmes: Karaoke. 
Das Abendessen nehme ich, wie es sich gehört, nur mit dem Hausherrn und 2 anderen Männern ein. Seine Frau hat die Aufgabe uns weitere, gegrillte Fische und Gemüse herbeizutragen. Die Frauen essen wohl unter sich in der Küche.
Wir sitzen auf einem Teppich im großen Wohnzimmer, in der Mitte von uns das Essen. Da ich noch etwas viel Dschungel unter den Fingernägeln habe, bevorzuge ich einen Löffel zum Essen statt wie die anderen die Finger. Zum Reinigen der Finger gab es zuvor eine Kanne mit Wasser. Seife gab es keine. Wäre aber sinnvoll gewesen bei der Farbe meiner Finger. Hätte Mohammed ihnen doch nur gesagt sich nicht nur vor dem Beten zu waschen, sondern auch Seife zu erfinden und zu benutzen - essen mit den Fingern wäre so viel appetitlicher und hätte weniger Beigeschmack. Außerdem hätte die Hygiene reichlich Menschen vor Krankheiten bewahrt.

Die Party geht los. Den Grund der Party habe ich mehrfach nicht verstanden. Es sind ca. 30 Leute da, vom Baby bis zur Oma. Alles irgendwie Familie, da in diesem Dorf mit 200 Einwohnern eh jeder mit jedem verwandt ist. 
Ich spiele und raufe mit 2 Jungs im Alter von 5 und 7. Sehr zur Belustigung der Jungs und der Gäste. Und mir.
Karaoke geht los. Auf dem Laptop laufen die Musikvideos mit den Texten als Untertitel. Die Videos zeigen strahlende Sänger mit wilden Kameraschwenks in Anmutung von uralter VHS Qualität. Aus den Lautsprechern dröhnt sehr gut hörbar die Musik und der Gesang. Singen kann keiner. Und keinen scheint das zu stören. Ich bleibe verschont.

Beinahe hätten die ganzen Moslems den einzigen (ex-)Christen und eh Ungläubigen enthaupten lassen. Durch die Deckenventilatoren, die für kleine Asiaten montiert sind.

Mein Guide und ich unterbrechen die Party für eine einstündige Nachtsafari auf dem Fluss per Boot.

Der Steg zum Boot für die Nachtsafari besteht aus einem längs gesägten Baumstamm. Also abgerundet.
Richtig spannend wird die Überquerung bei dem Gedanken, dass sich im trüben Wasser Krokodile tummeln.
15 hatte ich in den letzten 2 Tagen bereits gesehen.

Im Lichtkegel der Taschenlampen leuchten Krokodilaugen wie 2 glühende Zigaretten. Damit kann man sie am Ufer liegen sehen und mit dem Boot zu ihnen rüber fahren. Wenn man ihnen auf 1-3 Meter zu nahe kommt, dann gehen sie baden im trüben, schlammigen Wasser, bei einer Sicht von 1-2 cm. Wir sichten 4 große und 2 Babykrokodile, einen schlafenden Kingfisher, schlafenden Affen und zwei Eulen.

Sehr entspannend ist es die Taschenlampen auszuschalten, uns geräuschlos über den dunklen Fluss treiben zu lassen und Urwaldgeräusche bei Sternenhimmel zu genießen.

Wir gehen zurück zur Party. Karaoke wird gerade ab, eine Trommel und ein Art Gong aufgebaut. Und drauf losgehämmert. Unterstützt durch Töne aus einem Keyboard, wobei alles irgendwie nicht zusammenpassen will. Richtig schräg wird es, als dann einer eine Geige auspackt und losschräbt. Er macht den Eindruck als hätte er das Ding das erste Mal in seinem Leben in der Hand. Entsprechend mag kein Ton wie ein Ton klingen.
An Trommel, Gong und Geige sind Mikrophone der Karaoke-Anlage platziert, damit das Ganze auch ordentlich verstärkt wird.
Die Party findet mittlerweile nur noch auf der Veranda statt. Mir fällt auf, dass die fetten Lautsprecher nach außen gerichtet sind, wobei es auf der Veranda auch ordentlich laut ist. Hier scheint man seine Nachbarn zu mögen. 
Zwischendurch tanzen zwei Frauen und ein Mann immer mal wieder. Und ich muss natürlich mitmachen.

Party

Ich verabschiede mich und gehe in mein Homestay. Mein Zimmerchen ist eines von Vieren, die vom großen Wohnzimmer abgehen. Es besteht aus einem Ventilator und einer bezogenen Matratze aus seltsamen Schaumstoff, der unbequemsten auf der ich in meinem Leben lag.
Alle Zimmer waren rosa gestrichen, das Badezimmer weiß. Wobei der Anstreicher offensichtlich keine Abklebefolie und keinen Pinsel nutzte, sondern offensichtlich nur eine Rolle. Also nur das strich, wo man mit der Rolle hinkam oder was so im Wege war. 

Am nächsten Morgen bricht der Tag der Abreise an. Es gibt noch eine Morgen-Boots-Safari ab 5:45. Der Orang Utan von gestern sitzt wieder im gleichen Baum. 
Danach 2 Stunden Fahrt nach Sepilok. Dort ist eine Aufzuchtstation für Orang Utans. Orang Utan Babys sind 7 Jahre lang intensiv auf ihre Mama angewiesen. Sie bringt Ihnen bei Essen zu finden, das Nest für die Nacht zu bauen und was man als Orang Utan noch so wissen muss. Wenn sie innerhalb der 7 Jahre stirbt, hat der Kleine keine Überlebenschancen. Mit Glück landet er in einer Auffangstation, wo Menschen dem Kleinen alles beibringen und sie dann in den angrenzenden Dschungel entlassen. Zweimal am Tag ist Fütterung. Orang Utans und andere Affen, die sich ohne viel Anstrengung und Suche satt essen wollen, sind willkommen.
Menschliche Zuschauer, die das ganze damit finanzieren, sind auch willkommen und so kann man zweimal am Tag Orang Utans aus der Nähe sehen. Waren es bislang die Highlights einer jeden Safari sie in 10-30m Entfernung zu sehen, sind sie so nun mit 10m recht nah.
Damit sollte man eine Aufzuchtstation erst zum Ende der Reise sehen.

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Auf dem Weg zum Flughafen möchte ich einen 20 Jahre alten Stroh-Besen aus Vietnam ersetzen, dem mittlerweile das Reis-Stroh ausgefallen ist. Mit meinem Fahrer gehen wir auf die Suche in mehreren Geschäften. Einen Besen aus natürlichen Materialien finde ich keinen. In einer Haushaltswarenabteilumg in einem Supermarkt finde ich kein einziges Ding, was nicht aus Plastik ist.

Ab nach Hause. 5 Flüge und 31 Stunden bis Münster.
Hin: MS-FRA-BKK-KL-Borneo
Zurück: Borneo-KL-SIN-Paris-FRA-MS
Nicht der direkteste Weg, aber komfortabel.

In Borneo kann man viele der aktuellen Probleme der Welt direkt sehen:

Plastik-Müll-Felder im Wasser. 

Eine Art Seegras aus Südamerika bedroht die Süßwasser-Seen. Es weitet sich aus wie Seerosen und vergiftet das Wasser für die Einheimischen Tiere. Derzeit wird es von Menschen abgetragen, aber das Zeugs ist schneller. Helfen bei der Bekämpfung sollen kleine Käfer. Jedoch muss erst geprüft werden, ob die Käfer, wenn sie einmal frei gelassen werden, nicht lieber den Dschungel essen statt des ihnen zugedachten Grünzeugs. Und was machen die Käfer, wenn sie alles Grünzeug erfolgreich aufgegessen haben? Essen sie dann den Dschungel?

Piraterie, wie bereits beschrieben.

Finning. Das Fangen von Haien und das Abschneiden ihrer Rücken Flosse als Leckerbissen. Die Tiere werden danach lebendig wieder ins Wasser geworfen und sterben dann.

Und natürlich die Abholzung des Regenwaldes für neue Palmöl Plantagen. Viele andere Jobs hat Borneo auch nicht zu bieten und Fischen oder Palmöl sind die großen Arbeitgeber.
Auch wir haben alle unsere alten Wälder abgeholzt für Felder und Städte, dies sieht man deutlich bei dem Landeanflug in Europa. Überall sind kleine Landwirtschaft Parzellen oder Städte oder Straßen. Wir lassen RWE gerade einen der letzten alten Wälder in Deutschland platt machen. Für Braunkohle. Die keiner mehr will und braucht. Wir sind also nicht besser. Wir haben nur eher angefangen und fast alles schützenswerte ist schon weg.
Allerdings ist es auf Borneo nun besser als vor 20 Jahren. Damals hatte die Tabak Industrie das Land heimgesucht und die Urwälder platt gemacht. Die Tabakplantagen wurden größtenteils durch Palmölplantagen ersetzt. In den letzten Jahren wurden Naturschutzgebiete eingerichtet und einige Gebiete wieder aufgeforstet.

Landeanflug über abgeholzte Wälder in Deutschland.

Landeanflug über abgeholzte Wälder in Deutschland.

Organisatorisches:
Ich war mit den "Scuba Junkies" tauchen. Sie sind sehr gut organisiert, haben reichlich sympathische Guides und das Tauchen ist klasse.
http://www.scuba-junkie.com/diving/mabul/

Als Homestay würde ich empfehlen das von Najib, https://www.youtube.com/watch?v=fds_fHzaQnY ,  https://www.facebook.com/najibramsa 

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